Interne Verlinkung: SEO-Casestudy und Praxisbeispiele

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Interne Verlinkung: SEO-Casestudy und Praxisbeispiele

Interne Verlinkung SEO Ranking

Interne Verlinkung – Case Study aus der Praxis – SEO

Die interne Verlinkung wird im Bereich SEO noch von vielen unterschätzt. Auch ich habe diese eine lange Zeit unterschätzt, bis ich vor kurzem explizit zwei Webseiten von Kunden im Bereich interne Verlinkung optimierte. Die Ergebnisse und wie ich genau vorgegangen bin, möchte ich in dieser Case Study genauer zeigen.

Ausgangssituation

Wie bereits erwähnt, waren es zwei Kunden, bei denen ich die interne Verlinkung sehr genau optimierte und nur durch diese Optimierungsmaßnahmen massive Sprünge nach oben verzeichnen konnte. Nichtsdestotrotz war die Ausgangssituation der beiden Kunden sehr unterschiedlich.

Kunde A ist bereits seit mehreren Monaten Kunde bei uns und ist im Bereich OnPage und Links sehr gut aufgestellt. Auch das technische Fundament wurde weitestgehend optimiert – sofern dies möglich war – da Jimdo genutzt wird. Jimdo kann ich generell für SEO nicht empfehlen.

Allerdings hat der Kunde A eigenständig immer sehr viele Blogbeiträge veröffentlicht, die unter 300 Wörter hatten. Man kann hier wirklich nicht von hochwertigen Beiträgen reden, da die meisten sich zu 90% ähnelten.

Kunde B ist gerade frisch Kunde geworden. Ich habe die Texte mit unseren internen Softwaretools manuell erstellt und direkt auf meine interne Verlinkungsstrategie geachtet. Kunde B ist im Bereich eCommerce tätig, wobei Kunde A eher ein Dienstleister ist.

Die Ergebnisse waren in beiden Fällen überaus bemerkenswert. Das Ziel für Kunde A war es für einen Suchbegriff angezeigt zu werden, der nicht im Text genannt wurde. Google hat eine gewisse Nähe aber bereits erkannt, weshalb ein Ranking zwischen Position 40-60 vorlag. Hier konnte ich ausschließlich durch die interne Verlinkung auf Position 4 vorrücken (Stand: 06.01.2019).

Kunde B hatte noch gar kein klares Ziel. Da SEO aber eine direkte Wirkung auf den Umsatz eines Online-Shops hat, wollten wir hier schnellstmöglich Resultate erzielen. Dies ist uns gelungen.

SEO und interne Verlinkung: die Resultate

Wie bereits erwähnt, konnten wir für Kunde A nur durch die interne Verlinkung eine Top 5 Positionierung erreichen. Der Suchbegriff ist mittelstark umkämpft. Wir konkurrieren mit zwei Tochtergesellschaften von SEO-Agenturen, sodass ein solches Ergebnis nicht erwartet wurde.

Interne Verlinkung SEO Ranking

Die Optimierung der internen Verlinkung wurde ca. Ende November durchgeführt. Nach etwa einem Monat wird die Seite für diesen Suchbegriff nun in der Top 5 angezeigt und ist dort sehr konstant. (Kunde A)

Bei Kunde B wollten wir schnellstmögliche Wirkung erreichen und so zeigen, dass SEO eben nicht mehrere Monate bedarf, um eine wirkliche Wirkung zu zeigen. Deswegen sagen wir unseren Kunden immer, dass wir maximal 4-6 Monate brauchen, um die ersten wirklichen Resultate zu erzielen.

In diesem Fall brauchten wir sogar nur zwei Monate.

Traffic Steigerung durch interne Verlinkung

Wir konnten den Traffic von etwa 50 Besuchern pro Monat auf etwa 100 Besucher pro Monat anheben. Diese Steigerung von 200% machte sich bereits im Umsatz bemerkbar. Schließlich waren es Moneykeywords, die im Ranking aufstiegen, und die zu kaufenden Produkte befinden sich im oberen Preissegment.

Nun möchte ich erklären, wie man solche Resultate durch die interne Verlinkung im Bereich Suchmaschinen-Optimierung erreichen kann und wie ich dabei vorgegangen bin.

Grundsätze bei der internen Verlinkung

Es gibt einige Basics in diesem Bereich, die ich vorab erklären möchte. Grundsätzlich ist das beste Beispiel Wikipedia. Wikipedia verlinkt immer mit einem sehr harten Ankertext und verknüpft so jede einzelne Seite auf der gesamten Domain mit einer anderen Seite.

Das hat den Vorteil, dass der Google-Bot alle Seiten finden, crawlen und indexieren kann als auch, dass der Linkjuice sehr gut durch alle Unterseiten fließt. Deswegen verlinke ich auch intern sehr hart. Allerdings hilft es auch dem User. Schließlich kann dieser durch die Links relativ simpel auf weitere Beiträge oder Seiten stoßen, die ihn gerade interessieren. Auch hier kann ich nur Wikipedia wieder als Beispiel nennen.

Ankertextverteilung – meine Empfehlung

  • Target-Anchor 50%
  • URL-Anchor 25%
  • Misc-Anchor 25%

Ein interner Link mit dem Target-Ankertext sollte allerdings auch variieren. Angenommen, eine Seite meiner Website soll für „Damenschuhe“ ranken. Dann verlinken andere Seiten nicht immer genau mit diesem Keyword, sondern auch manchmal mit „Schuhe für Damen“, „Frauenschuhe“ und ähnlichen Keywords.

Dasselbe gilt für den URL-Ankertext. Auch hier verlinke ich manchmal mit https und manchmal ohne. Das Gleiche gilt auch für www und non-www.

Misc-Ankertexte sind Verlinkungen wie „hier“, „mehr Informationen“ und so weiter.

Wichtig ist, dass anders als beim externen Linkaufbau, intern möglichst hart verlinkt wird. Ebenso sollte eine gewisse Linkrelevanz vermittelt werden. Deswegen versuche ich das Umfeld des Links immer sehr relevant zu gestalten.

Das bedeutet, dass ich vor als auch nach dem Linktext versuche, thematisch relevante Wörter einzubauen. Im Fall Damenschuhe könnten dies beispielsweise Markennamen, Modellbezeichnungen oder andere thematisch relevante Wörter sein.

Ferner sollte der Link immer möglichst nah unter einer Überschrift stehen. Auch dadurch wird die Relevanz verliehen. So baue ich beispielsweise in meine H2-Überschrift den Begriff „Damenschuhe“ ein und verlinke etwa 5-6 Zeilen unter der Überschrift auf die Seite mit dem Ankertext „Damenschuhe“.

Das sind die Basics, die man bei diesem Thema berücksichtigen sollte.

Kunde A: durch Internal Linking in die Top 5

Wie bereits erwähnt, gab es hier unterschiedliche Probleme.

Die Seite wurde bereits für ein anderes Moneykeyword in der Top 5 angezeigt. Allerdings sollte dieselbe Seite auch für einen anderen Begriff in der Top 5 angezeigt werden. Die Dienstleistung ist quasi dieselbe, unterscheidet sich aber im Begriff stark.

Des Weiteren gab es regelmäßig Thin Content Probleme, da der Kunde eigenständig Blogbeiträge veröffentlichte, die sich zum Großteil auch noch stark ähnelten. Deswegen war es die erste Aufgabe, die Blogbeiträge unique zu gestalten und auf ein gewisses Wortminimum anzuheben. Dadurch sollte die Qualität der Seite steigen.

Ich habe jeden Blogbeitrag überarbeitet und so abgeändert, dass es kein Duplicate Content mehr war und auch nicht mehr in den Bereich Thin Content fiel. Des Weiteren habe ich in jeder H2-Überschrift den Suchbegriff eingebaut, für den die Seite ebenfalls ranken sollte.

Nachdem ich diese Aufgabe bewältigt habe, habe ich jede Seite bei Ahrefs überprüft und geschaut, welche Seiten das höchste URL-Rating haben. All das habe ich dokumentiert, sodass ich nun wusste, welche Blogbeiträge die stärksten und welche eher schwächer sind.

Schließlich ergibt es deutlich mehr Sinn, per Targetankertext auf die entsprechende Seite zu verlinken, wenn die Verlinkung von einer stärkeren Seite kommt. So wird im Prinzip mehr Vertrauen übergeben, was sich positiv auf das Ranking bei Google auswirken sollte. Diesen Aspekt habe ich bereits erklärt.

Nun habe ich eine Excel-Liste erstellt und meine Ankertexte festgelegt. Ebenso habe ich notiert, von welcher Seite der Link kommt und wie stark die Seite ist. Die stärksten Seiten – laut Ahrefs – verlinken überwiegend mit einem Target-Linktext, wohingegen schwache Seiten eher mit einem Misc-Ankertext verlinken.

Die Dokumentation sieht wie folgt aus:

Ankertexte Dokumentation

Der Screenshot ist nicht vom Kunden A, sondern von einem anderen Kunden. In der Spalte „Anchor“ steht der entsprechende Ankertext und bei „Source URL“ die linkgebende Quelle. Eine Spalte weiter habe ich mir das URL-Rating notiert.

Kunde B: SEO Start für einen Online-Shop

Bei diesem Kunden war die Ausgangssituation eine andere. Der Kunde nutzte Shopify, was überwiegend SEO-freundlich ist. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Shop mit sehr hochpreisigen Produkten für eine sehr kleine Käuferschaft. Bislang wurde nur mit AdWords gearbeitet, jedoch fiel das Ergebnis eher nüchtern aus.

Als wir den Auftrag bekamen, haben wir zuerst eine Keyword-Recherche für die wichtigsten Begriffe durchgeführt und daraufhin eine Seitenstruktur erstellt. Basierend auf der Seitenstruktur erfolgt auch die interne Verlinkung.

In der Praxis sieht dies wie folgt aus:

Beispiel interne Verlinkung Planung

Die Startseite verweist auf die wichtigsten Kategorieseiten, die für entsprechende Moneykeywords optimiert werden. Die Kategorieseiten verlinken zurück auf die Startseite als auch auf den Supporting Content.

Supporting Content können Blogbeiträge sein, die themenrelevant sind, aber auch besondere Produkte. Der Supporting Content verlinkt dann zurück auf die Kategorieseite. Wichtig ist hier, dass möglichst hart und mit meiner entsprechenden Verteilung verwiesen wird.

Jede Kategorieseite sollte mindestens vier Supporting Content Links haben. Schließlich ist der Supporting Content nicht kommerziell, sodass auch hier deutlich einfacher Linkaufbau betrieben werden kann. Dadurch kann extern Linkkraft auf die Seite geholt werden.

Dieser Linkjuice wird durch diese interne Verlinkungsstruktur auf die wichtigsten Seiten übertragen, sodass die wichtigsten Seiten von auch nur einem externen Link profitieren.

Hier ein kleiner Tipp aus meinen Erfahrungen: Es ist falsch, anzunehmen, dass die Navigation (Menü) mit möglichst vielen Reitern ausgefüllt werden sollte. Google würde jede Seite als gleichwichtig ansehen, sodass man oftmals Potential verschenkt.

Anschließend wurde die interne Verlinkung so vorgenommen, wie ich es oben bereits unter den Grundsätzen erklärte. Das Linkumfeld wurde möglichst relevant gestaltet und auch die Ankertexte wurden entsprechend angepasst.

Die Ankertexte auf die Startseite sind allerdings in den meisten Fällen Brand- oder Target-Ankertexte. Angenommen, es werden Fensterbalken verkauft, dann könnte die Startseite mit dem Ankertext „Online Shop für Fensterbalken“ verlinkt werden.

Zusammenfassung: SEO interne Verlinkung

  1. Die aktuelle Linkstruktur ausfindig machen und visualisieren.
  2. Starke Seiten notieren und Hubseiten bestimmen.
  3. Seitenstruktur erstellen.
  4. Supporting Content erstellen.
  5. Interne Verlinkung ergänzen und dabei Linkverteilung als auch Anker-Texte beachten.
  6. Ganz wichtig: auf Themenrelevanz achten!

Ferner gibt es immer noch viele Fehler, die gemacht werden. Damit keine Missverständnisse auftreten, möchte ich diese auch nochmal klären.

Fehler 1: Gleicher Linktext aber unterschiedliche Zielseiten

Das wäre für den User als auch für die Suchmaschinenoptimierung im Bereich OnPage überaus kritisch. Den Bot würde es auch sehr verwirren. Wie gesehen wurde, sind interne Links im Bereich SEO doch sehr stark und können einiges bewegen.

Würde der Bot nun aber auf denselben Ankertext treffen, die Zielseiten sind aber unterschiedlich, dann ist es für den Bot sehr schwierig, den Seiten entsprechende Suchbegriffe zuzuordnen. Hier hätte man letztlich gar keinen positiven Effekt.

Fehler 2: Zu viele interne Links auf dieselbe Seite

Die Suchmaschine berücksichtigt jeden Link auf einer Seite, aber die Link Power erhält nur der erste Link pro Linkziel. Wenn man nun intern mehrmals auf eine Seite verweist, wird nur der erste Link gezählt.

Des Weiteren gibt es hier noch einige Abweichungen seitens der Crawler. So wird ein Textlink einem Bildlink immer vorgezogen. Sollte nun der Bildlink vor dem Textlink erfolgen, wird dennoch der Textlink gezählt.

Generell kann ich Bildlinks eher weniger empfehlen.

Fehler 3: intern per Nofollow verlinken

Hier hilft die Definition eines Nofollow-Links weiter. Im Prinzip besagt dieser, dass man der Zielseite nicht vertraut und deswegen kein Linkjuice weitergeben möchte. Das ergibt bei der eigenen Seite gar keinen Sinn, jedoch nimmt die Suchmaschine diese Links auch wahr und zählt diese zur gesamten Linkanzahl.

Matt Cutts hat hierzu auch ein Video gedreht:

Regeln für die interne Verlinkung einer Website

  • Themenrelevanz bei der Verlinkung beachten.
  • Aus dem Content oder Artikel heraus verlinken. Links im Footer oder in der Sidebar werden weniger gezählt.
  • Harte Linktexte verwenden. Davon profitiert auch die Usability einer Website.
  • Niemals mit demselben Linktext auf unterschiedliche Unterseiten verlinken.
  • Nicht nur SEO bedenken, sondern auch dem User helfen wollen.
  • Nicht zu viele Links auf der Website haben, sodass noch genügend Linkjuice vergeben werden kann.
  • Interne Verlinkung niemals mit JavaScript maskieren.

 

Interne Verlinkung: SEO-Casestudy und Praxisbeispiele
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Leonard
Ich betreibe SEO bereits seit 2013 und setze viel auf Praxiswissen und auch Praxisbeispiele. Deswegen gebe ich in meinem Blog, auf LinkedIn, YouTube und in meinem Podcast möglichst viele Case Studys und Erfahrungen aus der Praxis.

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